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WordPress vs. TYPO3 – welches CMS ist das richtige für dein Unternehmen?

16.04.2019·von Gerrit Noppel zum Thema WordPress

Klar, deine Website soll Traffic, Anfragen und Umsatz erhöhen. Doch mit welchem Content-Management-System (CMS) erzielst du das beste Ergebnis für dein Unternehmen? WordPress oder TYPO3? Wir helfen dir bei der Entscheidungs­­findung, indem wir dir 8 entscheidende Fragen zu deiner Website stellen und beide CMS genau unter die Lupe nehmen. Denn beide Systeme können ihre Stärken in ganz unterschiedlichen Bereichen ausspielen.

Das Internet besteht mittlerweile zu 30 % aus WordPress-Websites. Dagegen laufen lediglich 0,7 % der Websites auf TYPO3-Basis (Quelle). Ist damit nicht schon alles gesagt? Case closed? Ist WordPress mit diesem überwältigenden Marktanteil nicht automatisch die bessere Wahl? Ganz so einfach ist es nicht. Wir schauen etwas genauer hin.

Infografik CMS Verbreitung

Wozu brauchst du ein CMS?

Ein Content-Management-System ist (wie der Name schon sagt) ein Ort zur Verwaltung digitaler Inhalte. Der eigentliche Clou dabei ist die Trennung von Layout und Inhalt bei der Erstellung einer Website. Während Design Templates den optischen Aufbau einer Website definieren, kann komplett unabhängig davon der inhaltliche Teil der Website im CMS bearbeitet werden.

Gerade bei Unternehmenswebsites oder Onlineshops, wo ständig neue Inhalte hinzukommen, ist ein CMS unverzichtbar. Ansonsten müsste bei jeder Änderung an der Website der Quellcode umgeschrieben werden. Mit einem CMS können also auch Laien (ohne Programmierkenntnisse) redaktionelle Inhalte auf der Website gemeinschaftlich einpflegen und ändern.

Das macht Unternehmen nicht nur unabhängig von Programmierern, sondern spart darüber hinaus auch zusätzliche Kosten. Nur die Wartung des CMS, Updates oder Hilfe bei technischen Fehlern überlässt man am besten erfahrenen Webentwicklern.

 

 

 

 

 

WordPress

WordPress erblickte 2003 das Licht der Welt und wurde ursprünglich als Blog-System entwickelt. Gerade durch die Popularität von Blogs Mitte der Nullerjahre gewann das Open-Source-CMS schnell an Popularität. Doch WordPress ist erwachsen geworden und entwickelte sich über die Jahre durch zahlreiche Updates und hochwertige Plugins zu einem vollwertigen CMS. Heute eignet sich WordPress auch für komplexe Webprojekte.

 

TYPO3

TYPO3 ist ebenfalls ein frei zugängliches CMS, das seit 2001 hauptsächlich für die Erstellung von komplexen Enterprise-Websites verwendet wird. Gerade in Deutschland ist TYPO3 sehr beleibt. Wie WordPress basiert es im Kern auf der Skriptsprache PHP. Weltweit soll es 500.000 Nutzer des CMS geben, was sich in einer aktiven TYPO3-Community widerspiegelt.

 

Welches CMS ist das Beste? TYPO3 oder WordPress?

Das kann man nicht so einfach sagen. Wie so oft lautet die unbefriedigende Antwort: “Das kommt darauf an.” WordPress und TYPO3 haben beide ihre Vor- und Nachteile. Und je nachdem, was man will, kann entweder das eine oder das andere die bessere Wahl sein. Wir setzen uns also nicht damit auseinander, welches jetzt das beste CMS ist. Die Frage lautet eher: Welches CMS ist für dich das richtige?

 

Eine Frage der Content-Menge

Ein wichtiger Entscheidungsparameter bei der Wahl des richtigen CMS ist die Menge an Content auf deiner (zukünftigen) Seite. In der Planungs- und Konzeptphase gilt es also zu ergründen, wie viel Content entwickelt werden soll.

Da WordPress ursprünglich für Blogs geplant war, sind die Einstellungen für dieses Format äußerst umfangreich. Wenn du also einen Unternehmensblog planst, bist du mit WordPress definitiv besser bedient. Blogs können hier kinderleicht kategorisiert oder mit Schlagwörtern bzw. Tags versehen werden.

In seinem Blogursprung liegt aber auch eine Schwäche des CMS: Wenn du ein Themenportal mit hunderten contentstarken Unterseiten planst, ist WordPress in der Contentverwaltung recht unübersichtlich. Hier bietet TYPO3 als klassisches CMS weitaus bessere Möglichkeiten der Verwaltung und Strukturierung. Aufgrund der fast grenzenlosen Skalierung ist TYPO3 bei sehr umfangreichen Websites meist die bessere Wahl.

Aber auch in deinem WordPress-CMS kannst du Ordnung halten und deine Seiten in eine Struktur bringen. Weitere Infos hierzu findest du in diesem Blogartikel.

 

Vorteile WordPress

Vorteile WordPress

Plugins

Ein großer Vorteil von WordPress ist die ungeheuer große Anzahl an Plugins zur individuellen Anpassung des Themes. Es gibt quasi für jedes Problem ein passendes Plugin. Alleine die kostenlosen Plugins wie Yoast SEO, Ninjaforms und WooCommerce sind mächtige Erweiterungen, welche WordPress-Websites stark aufwerten oder sogar in einen Onlineshop erweitern.

Für TYPO3 stehen hingegen deutlich weniger Erweiterungen (Extensions) zur Verfügung. Fairerweise muss man sagen, dass bei TYPO3 einiges von Haus aus mitgeliefert wird, wofür WordPress Plugins benötigt (siehe Vorteile TYPO3).

 

Benutzerfreundlichkeit

WordPress steht geradezu exemplarisch für Benutzerfreundlichkeit. Gerade auf Kundenseite bietet WordPress ein wunderbares System, mit dem Content kinderleicht verwaltet werden kann. Das CMS ist so zugänglich, dass sogar absolute Neulinge die Grundstruktur des CMS innerhalb kürzester Zeit verinnerlichen. 

TYPO3 ist im Vergleich deutlich komplexer. Das bringt Vorteile, aber auch Nachteile mit sich. Ohne Programmierkenntnisse in der hauseigenen Scriptsprache TypoScript sind sogar kleine Änderungen schwierig umzusetzen. Auch die Contentpflege ist nicht so intuitiv wie bei WordPress, bedarf also einer längeren Einarbeitung.

 

Installation

Hier punktet WordPress wieder mit unschlagbarer Einfachheit. Selbst Neulinge können das System innerhalb weniger Minuten installieren.

Das Aufsetzen des TYPO3-Systems ist hingegen nur mit Programmierkenntnissen möglich und zugleich zeit- und kostenintensiv. Wenn TYPO3 aber einmal aufgesetzt ist und alle das System verinnerlicht haben, bietet es zweifelsohne tolle Möglichkeiten. 

 

Modernes (Responsive) Webdesign

WordPress hat in den letzten Jahren modernes Webdesign definiert wie kein anderes CMS. Full-Width-Heros und Hero-Videos, Microinteractions, Parallax Scrolling oder Onepager all diese wegweisenden Trends im Webdesign wurden stark durch WordPress geprägt.

Und eines sollte man nicht vergessen: User haben sich mittlerweile an diese Standards gewöhnt. Ein Besuch auf einer Website ist heutzutage vielmehr ein emotionales Erlebnis als eine rationale Informationsbeschaffung. Eine tolle Userexperience ist ein klarer Vertrauensverstärker für das Unternehmen und wirkt sich sichtlich positiv auf Kaufentscheidungen aus.

Ein modernes Webdesign ist generell mit allen CMS möglich. Wenn man sich aber auf die Suche nach großen TYPO3-Websites begibt, fällt auf, dass viele in Puncto Webdesign etwas altbacken wirken. Die Websites der TU Berlin, der DLRG oder des THW basieren zum Beispiel auf TYPO3. Während moderne Websites auf dem Desktop häufig die ganze Breite des Bildschirms nutzen, sind die genannten TYPO3-Websites in der Mitte des Bildschirms zentriert. Sie erinnern vom Design eher an Websites aus der Zeit Mitte der Nullerjahre. Auch das Responsive Design ist bei vielen TYPO3-Websites eher unterentwickelt. Manche kommen immer noch komplett ohne Responsive Design aus (z. B. TU Berlin), während andere zwar responsive auf dem Smartphone funktionieren, aber nicht wirklich dafür optimiert sind (z. B. DLRG).

DLRG Website
Fairerweise muss man sagen, dass es sich bei den Websites der TU Berlin, der DLRG und dem THW um contentstarke Websites handelt, die primär informieren und nicht verkaufen. Die Optik steht im Hintergrund, der Content klar im Vordergrund. Das ist natürlich eine strategische Entscheidung. Dennoch sind wir überzeugt, dass man auch eine Universität oder einen Verein deutlich moderner, grafischer und emotionaler darstellen kann – auch mit TYPO3.

Dass es auch anders geht, zeigt Congstar mit seiner Seite auf TYPO3-Basis. Die Website ist optisch ansprechend, übersichtlich und erfüllt alle gängigen Standards im Webdesign. 

 

Updates & Wartung

Updates können bei WordPress mit einem Klick durchgeführt werden und sind kostenlos. Bei TYPO3 sind Updates von LTS-Versionen (Long Term Support) kostenpflichtig, die großen Major-Updates sind allerdings gratis. Somit kannst du – wenn du früh genug die Majorupdates nutzt – auch bei TYPO3 auf kostenpflichtige Updates verzichten. Regelmäßige Updates sind ein absolutes Muss, da hiermit regelmäßig Sicherheitslücken geschlossen werden.

Insgesamt ist die Wartung bei TYPO3 kosten- und zeitintensiver. Bei Budget-sensiblen Projekten kannst du mit WordPress langfristig Geld sparen.

 

Kosten

WordPress und TYPO3 sind als Open-Source-Programme erst einmal kostenlos zugänglich. Wenn du auf einen Dienstleister setzt, dann sind WordPress-Projekte allerdings deutlich billiger als Projekte auf TYPO3-Basis. Erstinstallation, Entwicklung und Wartung sind bei TYPO3 zeitintensiver als bei WordPress. Daraus resultieren bei einer TYPO3-Entwicklung insgesamt höhere Gesamtbetriebskosten (Total Cost of Ownership). Das eigene Budget ist also ein wichtiger Faktor für die Auswahl des richtigen CMS.

 

Vorteile TYPO3

Vorteile TYPO3

Benutzerverwaltung

TYPO3 stellt eine umfangreiche Benutzerverwaltung bereit. Das bedeutet, dass verschiedene User unterschiedliche Rechte im CMS haben. Das kann TYPO3:

  • Differenzierung zwischen Lese- und Schreibrechten
  • Punktgenaue Zugriffsrechte für einzelne Datensätze, Module und Ordner
  • Vererbung von Nutzerrechten zwischen einzelnen Nutzergruppen

Bei großen Webprojekten mit vielen Beteiligten ist diese Rechteverwaltung ein wahrer Segen. Wir können hier genau auf Kundenwünsche eingehen und Zugriffsrechte bis ins kleinste Detail anpassen.

Bei WordPress gibt es leider keine vergleichbaren Einstellungen zumindest nicht in diesem Umfang. WordPress kann zwar um eine Benutzerverwaltung durch Plugins erweitert werden, es gibt aber leider keine Rechteverwaltung auf Seitenebene.

 

Mehrsprachigkeit

TYPO3 ist darauf ausgelegt, Websites mehrsprachig aufzusetzen. Gerade die Verwaltung ist sehr komfortabel und übersichtlich. Referenzen zum Ursprungsdatensatz können kinderleicht beibehalten werden. Bei WordPress brauchst du hingegen ein zusätzliches kostenpflichtiges Plugin. Das funktioniert zwar auch reibungslos, ist aber längst nicht so komfortabel wie bei TYPO3. 

 

Sicherheit

Datensicherheit und die Abwehr von Hackerangriffen sind nicht nur für die großen Unternehmen relevant. Jedes Unternehmen hat die Verpflichtung, die Daten seiner Kunden zu schützen und Datenschutzrichtlinien einzuhalten.

TYPO3 steht traditionell für höchste SicherheitsstandardsWordPress bietet eine größere Angriffsfläche für Hacker, da einfach mehr Websites auf WordPress basieren. Allerdings hat WordPress in Puncto Sicherheit in den letzten Jahren deutlich aufgeholt. Die riesige Community erkennt Sicherheitslücken schnell und beseitigt sie zuverlässig.

Fazit: Beide Systeme sind sicher, wenn man sich an de wichtigsten Passwortregeln hält und regelmäßige Updates durchführt.

 

ERP-Schnittstellen

Eine weitere Stärke von TYPO3 ist die problemlose Anbindung an größere ERP-Applikationen wie SAP. Somit sind auch große Datenmengen keinerlei Problem für das CMS. WordPress muss für dasselbe wieder auf Plugins zurückgreifen.

 

Stabilität

Die starke Fokussierung auf eben diese Plugins ist eine Schwäche von WordPress. TYPO3 benötigt nur wenige Erweiterungen, weil viele Optionen von Haus aus mitgeliefert werden.

Wenn unerfahrene WordPress-Entwickler also für jede Kleinigkeit zusätzliche Plugins installieren, kann das schnell zur Instabilität des Systems führen. Die Performance der Seite leidet und sie wird langsam. Im schlimmsten Fall drohen Abstürze und Fehler. Wir achten deshalb stets darauf, unsere Plugins sorgfältig auszuwählen und die Anzahl so gering wie möglich zu halten.

Warum die Performance ein entscheidender Faktor ist, den wir in der Webentwicklung optimieren, könnt ihr in unserem Blogartikel zum Thema Pagespeed noch einmal nachlesen.

 

Welches CMS passt zu deinem Projekt?

Wir haben die Stärken und Schwäche beider CMS nun ausgiebig analysiert. Jetzt gilt es, konkret bei der Entscheidungsfindung zu helfen. Hier ein kleiner Fragenkatalog, der dir dabei helfen soll.

Wenn du eine oder mehrere der folgenden Fragen mit “Ja” beantwortest, könnte TYPO3 das richtige CMS für dich sein.

  • Hat deine Website mehr als 100 contentlastige Unterseiten oder planst du ein Themenportal?
  • Planst du eine mehrsprachige Website?
  • Gibt es mehr als 10 Mitarbeiter (Entwickler, Content-Manager, Redakteure und Designer), die auf das Backend zugreifen?
  • Planst du eine SAP-Schnittstelle oder eine andere ERP-Applikation für deine Website?
  • Spielt das Budget eine untergeordnete Rolle und du legst hohen Wert auf individuelle Anforderungen?

Beantwortest du eine oder mehrere der folgenden Fragen mit “Ja”, könnte WordPress für dich das interessantere CMS für dich sein.

  • Ist das Gesamtbudget niedriger als 25.000 Euro?
  • Ist der Content-Manager eher unerfahren mit Content-Management-Systemen?
  • Muss das System neu aufgesetzt werden und ist das Projekt gleichzeitig Budget-sensibel?

 

Fazit

WordPress oder TYPO3? Beide CMS haben ihre ganz eigenen Stärken und Schwächen. TYPO3 bringt standardmäßig ein paar unschlagbare Vorteile mit sich, aber WordPress hat in den letzten Jahren eine unglaubliche Entwicklung durchgemacht. Die ehemaligen Alleinstellungsmerkmale von TYPO3 sind durch schlanke Plugins und einer konstanten Weiterentwicklung kaum mehr spürbar. Natürlich besteht die Gefahr, WordPress durch Plugins zu überladen, aber erfahrene WordPress-Entwickler wissen, welche Plugins sie wo einsetzen.

Früher hieß es immer: WordPress sei für kleine und mittlere Websites und TYPO3 für große Enterprise-Websites geeignet. Das können wir aus unserer Erfahrung heraus nicht mehr so unterschreiben. Auch wir haben mittlerweile einige große Websites mit WordPress umgesetzt, z. B. unsere Website für das Energieunternehmen Mark-E. Und nicht nur das, immer mehr große Unternehmen setzen auf WordPress seien es Mercedes Benz, das TIME Magazine oder die Walt Disney Company.

Walt Disney Website
Dadurch, dass wir bei WordPress auf selbst entwickelte Themes setzen, den Visual Composer links liegen lassen und stattdessen Advanced Custom Fields nutzen, entstehen keine unerwünschten Nebenwirkungen wie überladene Seiten oder unsauberer Code.

Falls du dir immer noch unsicher sein solltest, welches CMS für dich das richtige ist, wirf doch einen Blick auf unsere Themenseiten zu WordPress und TYPO3. Gerne kannst du uns auch eine Nachricht über unser Kontaktformular schicken. Wir freuen uns, dir weiterhelfen zu können.

Über den Autor

Gerrit brennt für Content Marketing. Leidenschaftlich gern schreibt er zu Themen wie New Work, Mitarbeiterbeteiligung und Entrepreneurship. Sein Interesse gilt außerdem der Europa- und Netzpolitik. Bei Fragen und Anregungen zum Blog kontaktiert ihn gerne per E-Mail: gerrit@friendventure.de

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