Storyblok vs. Contentful: Welches Headless CMS passt zu eurem Unternehmen

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  • Ein junger Mann mit kurzem braunen Haar und schwarzem T-Shirt sitzt entspannt an einem Schreibtisch in einem modernen Büro. Er blickt freundlich in die Kamera. Im Hintergrund arbeitet eine weitere Person an einem Laptop, umgeben von Monitoren und Büromöbeln.
    Alexander Bungarten
Die Grafik zeigt die Gegenüberstellung der CMS Lösungen Storyblok und Contentful in Form ihrer Logos.

Ihr sucht ein Contentmanagement-System, das euch dabei unterstützt, eure Inhalte auf verschiedenen digitalen Plattformen zu verbreiten? Das euch eine hohe Gestaltungsfreiheit zur visuellen und funktionalen Individualisierung eurer Website bietet? Das besonders hohe Sicherheitsstandards erfüllt und gut skalierbar ist? Dann werdet ihr sicherlich bereits auf Headless CMS gestoßen sein. Die Backend-zentrierten CMS bieten einige Vorteile für komplexe Content-Projekte. Doch auch hier gibt es Auswahl. Im Folgenden wollen wir dir zwei beliebte Headless-Systeme vorstellen: Storyblok vs. Contentful. Je nach Fokus eures Projekts kann das eine oder andere CMS besser für dich geeignet sein – wir geben euch eine Entscheidungshilfe.

Die Besonderheiten von Headless-Systemen

Obwohl sich die beiden Systeme Storyblok und Contentful in einigen Aspekten unterscheiden, teilen sie sich die grundlegenden Eigenschaften aller Headless CMS. Die entscheidendste ist die Entkopplung von Backend und Frontend.

Ein Headless CMS wird rein zur Verwaltung des Backends genutzt. Die eingepflegten Inhalte und Daten werden über API-Schnittstellen zur Verfügung gestellt und können folglich auf beliebigen digitalen Plattformen ausgespielt werden. Die zentrale Pflege vereinfacht ein Multichannel-Publishing und reduziert die Time-to-Market von Kampagnen. Zudem entstehen so große Gestaltungsfreiheiten in der visuellen Präsentation und in der Funktionalität, da sowohl für die Entwicklung des Backends als auch der Frontends beliebige Tools genutzt werden können.

Sowohl Storyblok als auch Contentful eignen sich als Headless-Lösungen demnach grundsätzlich für komplexe und stark individuelle Websiteprojekte. Um herauszufinden, welche Lösung sich am besten für dein Projekt eignet, lohnt sich auch ein Blick auf die speziellen Besonderheiten der beiden CMS.

Die Grafik zeigt die zentrale Funktionsweise eines Headless CMS und veranschaulicht wie Front und Backend voneinander entkoppelt sind.

Seitenbasiertes Arbeiten: Vorteile Storyblok

Storyblok ist ein recht neues System, das 2017 in Österreich entwickelt wurde. Dass bereits Global Player wie Telekom, Adidas oder Netflix auf die CMS-Lösungen setzen, spricht schon für sich. Aber was zeichnet Storyblok abgesehen von den typischen Eigenschaften eines Headless-CMS aus?

Bei Storyblok ist der Name Programm: Hier werden Inhalte in modularen Blöcken erstellt und gepflegt. Diese “Bloks” können, einmal angelegt, stetig wiederverwendet werden. Übergeordnet werden die Inhalte klassisch seitenbasiert in einer Ordnerstruktur organisiert. Zusätzlich unterstützt Storyblok globale Blöcke auf Content- oder Story-Level – etwa Header oder Footer –, die zentral gepflegt und automatisch auf allen Seiten aktualisiert werden.

Eine Komfortfunktion von Storyblok ist der visuelle Editor, mit dessen Hilfe die Inhalte der Blöcke direkt im Kontext editiert werden können. Dieser bietet euch, ähnlich wie bei einer gut angelegten WordPress-Lösung, eine Live-Vorschau der jeweiligen Inhalte und ist standardmäßig vorhanden. Durch die intuitive Bedienung finden sich Redakteur:innen leicht im Backend zurecht.

Die Ausspielung des Contents und die Kommunikation mit verschiedenen Anwendungen erfolgt über API-Schnittstellen. Storyblok kann hierfür sowohl eine RESTful-API als auch GraphQL nutzen. Ergänzt wird das Ganze durch die Unterstützung von Webhooks für Event-getriebene Architekturen, sodass Prozesse wie automatische Deployments oder Benachrichtigungen reibungslos integriert werden können.

Das Bild zeigt das Backend von Storyblok aus Sicht der Redakteur:innen. Sie unterschiedlichen Komponenten sind auf der rechten Seite zu sehen, während links eine Live-Vorschau der Website angezeigt wird.

Elementbasierter Aufbau: Vorteile Contentful

Auch das 2013 in Berlin gegründete Unternehmen Contentful kann bereits einige renommierte Use Cases vorweisen, darunter Spotify, Urban Outfitters und das British Museum. Abgesehen von den generellen Stärken eines Headless-Systems bietet auch Contentful spezielle Vorteile, auf die wir hier näher eingehen.

Im Gegensatz zu Storyblok, das Inhalte klassisch in einer seitenbasierten Baumstruktur organisiert, setzt Contentful auf einen inhaltsbasierten Ansatz. Du erstellst hier zentrale Content Modelle wie Teaser, Produktinfos oder Blogartikel, die beliebig oft wiederverwendet werden können. Der entscheidende Vorteil ist, dass Änderungen an einem dieser Blöcke automatisch überall übernommen werden, wo er eingebunden ist. Das sorgt für eine klare Single Source of Truth.

Eine Live Vorschau bietet auch Contentful, allerdings ist diese nicht standardmäßig enthalten und muss erst integriert werden. Gleiches gilt für SEO Features, die bei Bedarf über externe Tools oder Integrationen ergänzt werden können.

Apropos Integration: Contentful bietet eine umfangreiche Liste von optionalen Integrationen und Erweiterungen. Von CRM-Systemen über Analytics-Tools bis hin zu KI-Diensten gibt es hier unzählige Möglichkeiten. Ihr könnt Contentful also beispielsweise nahtlos in bestehende Technologie-Stacks integrieren. Für die Umsetzung sind allerdings geschulte Entwickler:innen, sowie entsprechende Ressourcen notwendig. Das gilt im Grundsatz auch für Storyblok. Der Unterschied ist, dass Storyblok mit einigen Standard Features wie einem visuellen Editor oder SEO Funktionen einen leichteren Einstieg ermöglicht, während Contentful mehr Flexibilität bietet, dafür aber technisches Know how erfordert.

Wie auch Storyblok verfügt Contentful über eine schnelle und effiziente Content-Delivery-API. Zusätzlich unterstützt Contentful Webhooks und bietet verschiedene SDKs (Software Development Kits) für Programmiersprachen wie JavaScript, Ruby oder Python. Damit lässt sich Contentful tief in komplexe Infrastrukturen integrieren und für Event-getriebene Workflows einsetzen. Die Architektur hinter Contentful ist wie bei Storyblok auch skalierbar gestaltet. Große Unternehmen können daher ebenso auf Contentful setzen wie schnell wachsende Start-ups.

Ein direkter Vergleich – Contentful vs. Storyblok

Eine Vergleichsgrafik der CMS Lösungen Storyblok und Contentful, die die Kategorien: Benutzerfreundlichkeit, Content, Mehrsprachigkeit, SEO-Features, Anpassung & Integration, Projektgröße & Komplexität sowie Preisgestaltung gegenüberstellt.

Benutzerfreundlichkeit

Storyblok: Dank visuellem Editor zur Live-Vorschau ist die Contentpflege bei Storyblok besonders intuitiv. Zudem ist das Backend insgesamt logisch aufgebaut und bietet mit der seitenbasierten Struktur eine bewährte Form der Organisation.

Contentful: Auch Contentful bietet ein intuitives Backend und eine einfache Inhaltspflege. Eine Live-Vorschau ist allerdings nicht direkt enthalten. Stattdessen muss sie über eine Client App oder Website umgesetzt werden, was größere Freiheiten, aber auch mehr Aufwand bedeutet.

→ In Sachen Benutzerfreundlichkeit punktet Storyblok besonders durch den visuellen Editor – in allen anderen Aspekten sind sich die CMS recht ähnlich.

Wiederverwendbarer Content

Storyblok: Inhalte werden in Blöcken organisiert, die flexibel eingesetzt werden können. Neben lokalen Blöcken gibt es auch globale Blöcke, die zentral gepflegt werden können (z. B. Header, Footer). So müssen Änderungen nicht zwingend auf jeder Seite einzeln vorgenommen werden.

Contentful: Hier liegt der Fokus stärker auf zentraler Verwaltung. Änderungen an einem Content-Block wirken sich automatisch auf alle Instanzen aus, in denen er verwendet wird.

→ Je nach Projektgröße und Content-Struktur kann Contentful bei hoher Wiederverwendung effizienter sein, während Storyblok mehr Übersicht durch seine seitenbasierte Baumstruktur bietet.

Mehrsprachigkeit

Beide Headless-CMS unterstützen mehrsprachige Inhalte. So können Inhalte in verschiedenen Sprachen parallel erstellt und verwaltet werden. Storyblok unterstützt bereits über 25 Sprachen und vereinfacht so das Duplizieren und Übersetzen der Inhalte.

Contentful kann hier allerdings in einigen Punkten als überlegen angesehen werden, da es bereits eine große Auswahl an vorgefertigten Lokalisierungstools und Funktionen bietet, die bei Storyblok erst noch integriert werden müssten.

→ In puncto Mehrsprachigkeit unterscheiden sich die beiden CMS nur wenig. Eine internationale Website ist mit beiden Systemen problemlos einzurichten.

SEO-Features

Storyblok: SEO-Funktionen finden sich bei beiden Plattformen. Storyblok punktet allerdings mit bereits integrierten SEO-Features. Die Verwaltung von Meta-Tags, Titles und Alt-Tags ist so ohne zusätzlichen Aufwand problemlos möglich. Zudem lassen sich einfach XML-Sitemaps und Robots.txt-Dateien erstellen.

Contentful: Contentful hingegen verfügt in der Basis über keine SEO-Features. Die API-Architektur ermöglicht allerdings das Anbinden diverser Tools zur Suchmaschinenoptimierung.

→ Hier ist Storyblok für Entwickler:innen einfacher zu handhaben, da Features bereits von vornherein integriert sind.

Anpassung und Integration

Storyblok: Neben REST und GraphQL werden auch Webhooks unterstützt. Diverse Plug-ins und Custom-Field-Types ermöglichen flexible Erweiterungen.

Contentful: Neben REST-API und GraphQL setzt Contentful stark auf SDKs und Webhooks, wodurch sich automatisierte Workflows und Integrationen besonders vielseitig gestalten lassen.

→ Beide Systeme sind API-first, extrem anpassungsfähig und zukunftssicher.

Projektgröße und Komplexität

Storyblok: Skalierbarkeit ist bei beiden Systemen gegeben. Storyblok eignet sich also ebenso wie Contentful für große wie auch kleine Unternehmen. Der einfache Aufbau macht es allerdings ideal für kleinere bis mittelgroße Projekte, insbesondere wenn eine Echtzeit-Vorschau und eine benutzerfreundliche Oberfläche Priorität haben oder weniger technisches Know-how im Unternehmen vorhanden ist.

Contentful: Bei großen und komplexen Projekten könnte Contentful die bessere Alternative sein, sofern du über das technische Know-how verfügst.

Preisgestaltung

Sowohl Contentful als auch Storyblok bieten ein gestaffeltes Preismodell sowie eine eingeschränkte kostenfreie Version an. Einstiegstarife liegen bei beiden zwischen etwa 100 und 400 Euro im Monat. Während die “Enterprise”-Variante von Storyblok mit knapp 3000 Euro zu Buche schlägt, ist für Contentfuls “Premium”-Tarif kein konkreter Preis angegeben. Dieser wird je nach Anforderung individuell ausgehandelt.

Ihr braucht Hilfe bei der Wahl des passenden CMS?

Gerne beraten wir euch in einem persönlichen Gespräch zu den verschiedenen CMS Lösungen. 

Ein junger Mann mit kurzem braunen Haar und schwarzem T-Shirt sitzt entspannt an einem Schreibtisch in einem modernen Büro. Er blickt freundlich in die Kamera. Im Hintergrund arbeitet eine weitere Person an einem Laptop, umgeben von Monitoren und Büromöbeln.
Alexander Bungarten

Fazit

Beide Systeme bieten leistungsstarke und moderne Lösungen für die Anforderungen an Content-Management-Systeme. Die Wahl zwischen ihnen hängt letztlich von individuellen Anforderungen eures Projekts, dem Budget und dem vorhandenen technischen Know-how ab. Während Benutzerfreundlichkeit, Live-Vorschau und integrierte SEO-Features klar für Storyblok sprechen, liegen die Contentful Vorteile in seinem elementbasierten Ansatz, den SDKs und den zahllosen Erweiterungsmöglichkeiten.

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  • Über Alexander Bungarten

    Ein junger Mann mit kurzem braunen Haar und schwarzem T-Shirt sitzt entspannt an einem Schreibtisch in einem modernen Büro. Er blickt freundlich in die Kamera. Im Hintergrund arbeitet eine weitere Person an einem Laptop, umgeben von Monitoren und Büromöbeln.

    Alex verbindet langjährige Erfahrung in Web- und CMS-Architekturen mit einem starken KI-Fokus. Er gestaltet digitale Plattformen so, dass sie für Menschen klar und für KI-Systeme optimal nutzbar sind. Dabei analysiert er, wie Marketing und Martech sich verändern, wenn KI aktiv Entscheidungen trifft. Sein Ziel: Unternehmen fit machen für skalierbare, KI-kompatible digitale Ökosysteme.