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Die wichtigsten Usability-Regeln für deine Website 

31.03.2021·von Marie Berg zum Thema Webdesign

Mit der Usability einer Website ist’s wie mit der heimischen Gastfreundschaft: Gibt es sie nicht, kommt auch kein Besuch. Da User eine Website immer mit einem bestimmten Ziel aufrufen, muss dieses unkompliziert, schnell und direkt erreichbar sein. Dafür gilt es, sowohl die Optik als auch die Technik und Bedienbarkeit bestens aufeinander abzustimmen. Auch als wichtiges Kriterium für das Ranking in Suchmaschinen ist die Usability deiner Website keineswegs zu unterschätzen. Finde heraus, was sich hinter dem Begriff “Usability” verbirgt und worauf es bei der erfolgreichen Umsetzung ankommt.

 

Unterscheidung zwischen User Experience und Usability

User Experience

Usability ist Bestandteil der User Experience (UX). Diese bezeichnet das Benutzererlebnis deiner Website. Dabei steht der User mit seinem subjektiven Empfinden im Fokus. Dazu gehören ästhetische und emotionale Faktoren, wie Vertrauensbildung oder Joy of Use, die eine Zielgruppe beeinflussen. Eine kundenzentrierte Website hat den Anspruch, die User Experience zum ganzheitlichen Erlebnis zu machen. 

 

Usability

Die Usability ist ein Qualitätskriterium, das angibt, wie einfach eine Website oder ein Programm zu bedienen ist. Das bezieht sich auf Kriterien, die die Interaktion von Mensch und Maschine untersuchen – genauer spricht man auch von Gebrauchstauglichkeit oder Benutzerfreundlichkeit, deren Ziele klar definiert wurden: Effektivität, Effizienz und Zufriedenstellung. Gute Usability wird in der Regel gar nicht vom Nutzer wahrgenommen, schlechte hingegen schon. 

 

Unterschied User Experience und Usability

Die Usability ist ein wichtiger Bestandteil der User Experience, weshalb sie nicht klar voneinander zu trennen sind. Allerdings gibt es unterschiedliche Schwerpunkte. Das Ziel einer Website ist, eine hohe Conversion zu erreichen und das schafft man vor allem mit einer emotionalen User Experience. Das kann aber nur ermöglicht werden, wenn die Usability im Hintergrund eine einwandfreie Bedienbarkeit zulässt. 

Konkret: Du möchtest mit deiner Unternehmenswebsite Neukunden akquirieren. Dafür hast du ein modernes und ansprechendes Design, gezieltes Wording und deine USPs (Alleinstellungsmerkmale) auf der Website ansprechend platziert. All das interessiert die Usability nicht: Sie stellt sicher, dass potentielle Neukunden reibungslos, unkompliziert und direkt den Zugang zur Dienstleistung finden und zu zahlenden Kunden werden.

 

Die wissenschaftlichen Fakten

Seit Anfang der 1980er beschäftigt sich das Fachgebiet der Mensch-Maschine-Interaktion mit der Entwicklung von Konventionen und Regeln zur Gestaltung interaktiver Benutzerschnittstellen. Auch die Begriffe Usability und User Experience sind genormt und finden sich in der DIN EN ISO 9241 wieder.

DIN EN ISO 9241, 11

Die ISO 9241 beschreibt Usability als das Ausmaß, in dem ein Produkt durch bestimmte Benutzer in einem bestimmten Anwendungskontext genutzt werden kann, um bestimmte Ziele effektiv, effizient und zufriedenstellend zu erreichen.

 

DIN EN ISO 9241, 210

Der Begriff User Experience wird in der ISO Norm 9241 – 210 definiert. Demnach beschreibt die User Experience „A person’s perceptions and responses that result from the use and/or anticipated use of a product, system or service.” User Experience beinhaltet also alle Effekte, die die Nutzung einer Bedienoberfläche vor, während und nach der Nutzung auf einen Nutzer hat.

 

Usability-Regeln

Für eine gute Website-Usability gibt es klare Regeln. Hältst du diese ein, werden sich deine User garantiert problemlos auf deiner Website zurechtfinden.

 

Struktur und Navigation

→ Das Logo gehört nach oben links. 

→ Das Suchfeld wird oben rechts oder mittig über dem Header platziert. 

Anklickbare Elemente sollten als solche erkennbar gemacht werden, beispielsweise durch Farbakzente.

→ Klare und geradlinige Strukturen, damit sich Nutzer intuitiv zurechtfinden. 

→ Der Link-Pfad (breadcrumb navigation) informiert die User jederzeit, an welcher Steller Sie sich befinden. Beispiel: Home / Blog / Webdesign / Die wichtigsten Usability-Regeln für deine Website.

→ Bereits genutzte Links werden markiert, beispielsweise durch eine andere Farbe.

Verlinkungen, die zu einer Unterseite innerhalb der Website führen, sollen sich immer im gleichen Browserfenster / Tab öffnen. 

Verlinkungen, die zu einer externen Website führen, müssen sich in einem neuen Browserfenster / Tab öffnen. 

 

Schrift und Design

Es gibt klare Hierarchien auf einer Website, die für Ordnung und eine klare Kommunikation sorgen:

→ Bei Textelementen werden Überschriften immer größer dargestellt als Textblöcke.

Weiterführende Elemente können durch Buttons gekennzeichnet werden (Call-to-Action-Buttons). 

→ Eine Seite kann durch Farb-, Kontrast- oder Größenunterschiede hierarchisch aufgeteilt werden. 

Textanimationen, Textfarbkombinationen von Rot und Grün und das Kombinieren von verschiedenen Schriftarten gilt es zu vermeiden. 

→ Der Fokus liegt auf Beständigkeit und Stimmigkeit.

 

Startseite und Klickwege

Die Startseite ist besonders wertvoll für die Funktionalität und bildet die Grundlage der Handhabung der gesamten Website. Sie bildet den Ausgangspunkt, an dem sich alle User orientieren. 

→ Die Anzahl der Klickwege ist entscheidend: Jede Unterseite muss von der Startseite mit nur einem Klick erreichbar sein. 

→ Das Firmenlogo bringt den Nutzer herkömmlicherweise von jedem Ort wieder zurück zur Startseite. 

 

Ladezeiten

All diese genannten Aspekte funktionieren nur, wenn deine Website eine schnelle Ladezeit hat. 

→ Lange Ladezeiten führen zu negativen Nutzererfahrungen und für schlechtes Ranking in Suchmaschinen. 

Ladezeiten unter zwei Sekunden werden als “good” eingestuft und alles, was schon bei mehr als vier Sekunden liegt, gilt als “poor”. Jede Sekunde zählt!

→ Websites mit langen Ladezeiten leiden unter Image- und Umsatzverlust

→ Schnelle Ladezeiten senken die Absprungrate (Bouncing Rate), die als wichtiges Merkmal für die Qualität eines Angebots gilt

→ Jede Sekunde Ladezeit wirkt sich negativ auf die Conversion Rate aus, was zu einem schlechten Ranking in Suchmaschinen führt.

 

Usability-Tests

Damit man eine Einschätzung über die Usability einer Website bekommt, kann man verschiedene Tests durchführen. Hier wird untersucht, wie sich Nutzer auf der Seite bewegen und wo sie abspringen. Dadurch werden wichtige Anhaltspunkte ermittelt, wo Verbesserungsbedarf auf einer Seite besteht. 

 

System Usability Scale

Bei diesem Test bekommen Nutzer einen Fragebogen mit zehn Fragen vorgelegt, der Antwortmöglichkeiten auf einer Skala von eins bis fünf anbietet. Der Test ist eine schnelle Möglichkeit, um vorab zu prüfen, welche Tendenz die Gesamtzufriedenheit einer Seite hat. Jedoch liefert er keine genauen Hinweise auf Schwächen und Optimierungsbedarf.

 

Ausführliche Usability-Tests

Wirklich aussagekräftige Ergebnisse bekommt man erst mit umfangreichen Tests. Dazu gibt es verschiedene Methoden: Nutzer-Beobachtung, Live-Testing, Eye-Tracking, heuristische Evaluation und viele mehr. Durch diese Tests erhält man wertvolle Erkenntnisse über das Nutzerverhalten und kann anschließend Maßnahmen zur Verbesserung in Angriff nehmen. 

 

Fazit

Wer eine Website mit hoher Usability möchte, muss das Rad nicht neu erfinden. Vielmehr gilt es hier, ganzheitlich und effektiv Konventionen einzuhalten und diese zu befolgen. Es ist wichtig sicherzustellen, dass die User sich auf deiner Website intuitiv und reibungslos zurechtfinden. So können das Nutzererlebnis und die Produkte im Vordergrund stehen. Dabei ist die Usability nicht unabhängig zu betrachten, sondern muss im Einklang mit anderen Faktoren funktionieren. 

 

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Über den Autor

Marie brennt für die deutsche Sprache und das Verfassen von Texten - am liebsten im Team mit kreativem Austausch. Abseits des Büroalltags wirft Marie gerne einen Blick in fremde Kulturen und lernt neue Sprachen. Falls du Fragen und Anregungen hast, kontaktiere Marie gerne unter marie@friendventure.de

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