Server Side vs. Client Side Rendering – Was passt zu unserem Webprojekt?

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  • junge Frau sitzt an einem Schreibtisch und lächelt in einem modernen Büro
    Aylin Gün
Illustration zum Vergleich von Server Side Rendering (SSR) und Client Side Rendering (CSR) für Webprojekte.

In der Webentwicklung gibt es viele verschiedene Faktoren, die darüber entscheiden, wie eine Website wirkt und wie sie im Hintergrund funktioniert. Einer davon ist das Rendering, also der Moment, in dem der sichtbare Inhalt einer Website im Browser dargestellt wird. Zwei der gängigsten Ansätze zur Steuerung dieses Prozesses sind Server Side Rendering (SSR) und Client Side Rendering (CSR). Aber keine Sorge, wir werden uns nicht in den technischen Feinheiten verlieren! Stattdessen werfen wir einen Blick auf die Unterschiede, Vorteile und Herausforderungen der beiden Ansätze, damit ihr entscheiden könnt, welche Methode am besten zu eurem Projekt passen könnte.

Was ist Server Side Rendering?

Server Side Rendering beschreibt den Prozess, bei dem der Inhalt einer Webseite auf dem Server generiert wird, bevor er an den Browser der Nutzer:innen geschickt wird. Stellen wir uns vor, jemand möchte eure Website besuchen. Bei SSR wird die Seite zuerst auf einem Server “erzeugt”, das heißt, der Server bereitet die vollständige HTML-Seite vor, die den gesamten Inhalt eurer Website enthält. Anschließend sendet der Server diese Seite an den Browser der Nutzer:innen, wo sie direkt angezeigt wird. 

Noch einmal vereinfacht dargestellt: 

  1. Nutzer:innen rufen die Website auf.
  2. Der Browser schickt eine Anfrage an den Server.
  3. Der Server generiert das vollständige HTML-Dokument.
  4. Dieses fertige HTML wird an den Browser zurückgesendet und dort direkt angezeigt.
Ablaufdiagramm zu Server Side Rendering (SSR): Nutzer:in ruft Website auf, Browser sendet Anfrage, Server erzeugt vollständiges HTML, Browser lädt und zeigt die HTML-Seite an.

Vorteile von Server Side Rendering

  • Schnellere Ladezeiten: Da der Server die Seite vorab rendert, können Nutzer:innen den Inhalt schneller sehen – auch bei langsamen Internetverbindungen. 
  • Verbesserte SEO: Suchmaschinen bevorzugen Webseiten, die sofort vollständige Inhalte liefern. So kann der gesamte Seiteninhalt direkt gecrawlt und indexiert werden, was Sichtbarkeit und Ranking verbessert.
  • Bessere Unterstützung für ältere Geräte und Browser: SSR entlastet den Browser der Nutzer:innen, da das Rendern auf dem Server stattfindet. Besonders auf älteren oder weniger leistungsstarken Geräten sorgt das für eine flüssigere Benutzererfahrung.

Wo SSR an seine Grenzen stößt

  • Höherer Serveraufwand: Da der Server jedes Mal die komplette Seite für die einzelnen Nutzer:innen berechnen muss, kann das besonders bei großen Webanwendungen eine höhere Serverlast verursachen. 
  • Eingeschränkte Interaktivität: Obwohl SSR eine Seite schnell sichtbar macht, ist sie beim ersten Laden oft noch nicht vollständig interaktiv. Die Trennung zwischen Darstellung und Interaktion kann – wenn nicht gut gelöst – zu einem wahrnehmbaren „Bruch“ im Nutzungserlebnis führen.

Was ist Client Side Rendering? 

Im Unterschied zum Server Side Rendering (SSR), bei dem der Server die komplette Webseite mitsamt Inhalt erzeugt und an den Browser schickt, läuft es beim Client Side Rendering anders ab: Hier liefert der Server zunächst nur eine einfache HTML-Seite mit der Grundstruktur sowie Verweise auf notwendige Skripte. Der eigentliche Seiteninhalt wird dann im Browser der Nutzer:innen nachgeladen und aufgebaut. Das heißt: Die Seite erscheint erst vollständig, wenn alle Inhalte im Browser geladen und verarbeitet wurden. Das kann beim ersten Laden etwas länger dauern. Dafür laufen alle weiteren Interaktionen, wie das Navigieren innerhalb der Seite, umso schneller und flüssiger, da kein erneuter Seitenaufbau durch den Server notwendig ist.

 

Ablaufdiagramm zu Client Side Rendering (CSR): Server liefert HTML mit JavaScript-Verweisen, Browser lädt HTML sowie CSS und JavaScript, führt Framework/Bibliothek aus und rendert danach die Website.

Vorteile von Client Side Rendering

  • Flüssige Interaktivität: Einmal geladen, ermöglicht CSR eine schnelle und flüssige Interaktivität, da der Browser die meiste Arbeit übernimmt und nur noch kleine Datenmengen nachgeladen werden müssen.
  • Weniger Serverlast: Der Server muss weniger berechnen, da er nur die grundlegenden HTML- und JavaScript-Dateien sendet. Das reduziert den Serveraufwand.
  • Bessere Nutzererfahrung bei komplexen Webanwendungen: CSR eignet sich besonders für komplexe Webanwendungen, da die Seite nach dem ersten Laden sehr schnell und dynamisch reagiert. 

Wo Client Side Rendering an seine Grenzen stößt

  • Längere Ladezeiten beim ersten Besuch: Beim ersten Besuch einer Website mit CSR kann es länger dauern, bis Nutzer:innen die Inhalte sehen. Das kann insbesondere bei langsamen Internetverbindungen problematisch sein. 
  • Eingeschränkte Nutzung: Da Client Side Rendering wesentlich auf JavaScript basiert, kann die Seite bei deaktiviertem oder nicht unterstütztem JavaScript nur eingeschränkt nutzbar sein – in manchen Fällen sogar gar nicht. 

Server Side Rendering vs. Client Side Rendering 

Zum Abschluss noch ein kompakter Vergleich der beiden Rendering-Ansätze. Beide verfolgen unterschiedliche Ziele und bringen je nach Einsatzkontext spezifische Vor- und Nachteile mit sich:

Kriterium Server Side Rendering (SSR)Client Side Rendering (CSR)
Erste LadezeitSchnell, vollständige Inhalte direkt bei Aufruf sichtbarVerzögert, Seite erscheint erst nach dem Nachladen per Skript
SEO-TauglichkeitSehr gut Etwas komplexer, aber gut machbar
InteraktivitätEingeschränkt, vollständiges Neuladen bei jeder NutzeraktionHoch, Inhalte ändern sich dynamisch im Browser
NutzererlebnisKann bei häufigen Seitenwechsel träger wirkenSehr flüssig, schnelle Reaktion nach dem Initial-Load
Geeignete AnwendungsfälleInhalte mit SEO Fokus, Landing Pages, KampagnenseitenWebanwendungen, Dashboards, interaktive Tools, Kundenportale

Wann Server Side Rendering und wann Client Side Rendering? Die richtige Wahl für euer Projekt

Wer eine Website oder Webanwendung entwickelt, steht früher oder später vor der Entscheidung: Soll die Seite vom Server oder direkt im Browser gerendert werden? Sowohl Server Side Rendering als auch Client Side Rendering haben ihre Stärken – aber sie passen nicht zu jedem Projekt.

Wann ist Server Side Rendering sinnvoll?

  • Webseiten mit SEO-Fokus: Webseiten, deren Inhalte gut in Suchmaschinen auffindbar sein sollen – z. B. Blogs, Nachrichtenseiten, Produktseiten oder Unternehmensauftritte, profitieren von SSR. Da der Inhalt beim Laden bereits vorliegt, können Suchmaschinen diesen leichter indexieren.
  • Seiten mit hohen Anforderungen an Ladegeschwindigkeit: Für Landingpages, Kampagnenseiten oder Informationsseiten, bei denen ein schneller Seitenaufbau entscheidend ist, bietet SSR Vorteile beim ersten Sichtkontakt mit der Seite.
  • Seiten mit technischer Zugänglichkeit als Priorität: Webseiten, die auf möglichst vielen Endgeräten funktionieren sollen – etwa im Bildungsbereich oder für öffentliche Einrichtungen – profitieren von der Robustheit von SSR gegenüber älteren Browsern oder deaktiviertem JavaScript.

Wann ist Client Side Rendering sinnvoll?

  • Interaktive Webanwendungen und Single-Page Applications: Typische Beispiele sind Dashboards, Formular-Anwendungen oder interne Tools. CSR ermöglicht reaktive Benutzeroberflächen und dynamische Inhalte ohne ständiges Nachladen kompletter Seiten. 
  • Anwendungen mit häufigen Nutzerinteraktionen: Wenn Inhalte regelmäßig oder durch Nutzer:innen verändert werden, erlaubt CSR eine effizientere und flexiblere Umsetzung
  • Personalisierte oder datengetriebene Inhalte: Für Anwendungen, bei denen Inhalte stark auf einzelne Nutzer:innen zugeschnitten sind, wie etwa in Mitgliederbereichen oder Echtzeit-Datenansichten, ist CSR meist die passende Lösung. 

Ihr wollt eine passende Rendering-Strategie finden?

Die richtige Entscheidung hängt von euren Zielen, SEO-Anforderungen und eurem technischen Setup ab. In einem kostenlosen Erstgespräch prüfen wir eure Ausgangslage.

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Hybrides Rendering – Das beste aus beiden Welten

Ablaufdiagramm zu hybridem Rendering: Inhalte wie ein Blogartikel werden serverseitig gerendert, interaktive Funktionen wie Kommentare werden clientseitig nachgeladen und ausgeführt.

Es muss nicht immer ein Entweder-oder sein: Neben rein serverseitigem oder rein clientseitigem Rendering gibt es auch Ansätze, die beide Methoden miteinander kombinieren. Hybrides Rendering bedeutet, dass ein Teil der Website auf dem Server generiert wird (SSR), damit die Nutzer:innen möglichst schnell Inhalte sehen und ein anderer Teil im Browser (CSR), um moderne, dynamische Nutzererlebnisse zu ermöglichen. Zum Beispiel: 

  • Der Inhalt eines Blogartikels wird bereits vom Server fertig ausgeliefert. Das ist gut für SEO und schnelle Ladezeiten.
  • Die Kommentar-Funktion hingegen wird erst im Browser geladen. Das spart Ressourcen und macht die Seite interaktiver.

Man kann sich das wie ein Baukastensystem vorstellen: Einige Inhalte werden bereits auf dem Server vollständig vorbereitet, damit sie beim Aufruf der Seite sofort sichtbar sind. Andere Inhalte werden erst im Browser geladen, weil sie dynamisch, interaktiv oder personalisiert sind.
Auch sogenannte Headless-Architekturen, bei denen Frontend und Backend strikt getrennt sind, profitieren oft von hybriden Rendering-Strategien.

Fazit

Die richtige Rendering Strategie hängt vom Projektziel ab. Server Side Rendering und Client Side Rendering bieten jeweils klare Vorteile, aber auch bestimmte Herausforderungen. SSR punktet vor allem mit schnellen Ladezeiten, guter Sichtbarkeit in Suchmaschinen und hoher Kompatibilität. CSR hingegen überzeugt durch Interaktivität, Flexibilität und ist gut geeignet für dynamische Anwendungen, bei denen Inhalte oft aktualisiert oder personalisiert werden. Welche Methode am besten passt, hängt stark von den Zielen und Anforderungen des jeweiligen Projekts ab: Soll die Seite möglichst schnell sichtbar sein und gut in Suchmaschinen gefunden werden, spricht viel für SSR. Steht dagegen eine lebendige, interaktive Nutzererfahrung im Vordergrund, kann CSR die bessere Wahl sein. Neben diesen beiden Ansätzen gibt es auch die Möglichkeit, beide zu kombinieren – etwa durch hybrides Rendering. Damit lassen sich bestimmte Inhalte serverseitig bereitstellen, während andere erst im Browser ergänzt werden. Letztlich sollte die Entscheidung immer bewusst und auf Basis konkreter Anforderungen, Zielgruppen und technischer Rahmenbedingungen getroffen werden, denn eine pauschale Lösungen gibt es nicht.

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  • Über Aylin Gün

    junge Frau sitzt an einem Schreibtisch und lächelt in einem modernen Büro

    Aylins Leidenschaft gilt dem Schreiben und der Content-Erstellung, bei der sie komplexe Themen in klare, verständliche und kreative Texte verwandelt, die ihre Zielgruppen erreichen und begeistern.