Nachhaltige Websites gestalten: Optimierungen & Green Hosting für mehr Klimaschutz

Autoren
  • Portrait Joelle Lux, Texterin und Konzepterin
    Joelle Lux
Wie gestaltest du Websites nachhaltig - Tipps für eine grünere Website

Nachhaltigkeit ist das Thema unserer Zeit. Wie wichtig eine verantwortungsvolle Lebensweise ist, ist uns allen bewusst. In vielen Lebensbereichen kennen wir die größten Stellschrauben zur Minimierung unseres ökologischen Fußabdrucks. Aber eine nachhaltige Website? Was haben Websites überhaupt mit Nachhaltigkeit zu tun?

Tatsächlich eine ganze Menge! Wir erklären dir die wichtigsten Zusammenhänge und geben dir Tipps, wie du deine Website mit Optimierungen und Green Hosting umwelt- und klimafreundlicher gestalten kannst.

Warum nachhaltige Websites?

Das Internet ist ein heimlicher Energiefresser. Bei jedem Website-Aufruf und jeder im Web getätigten Aktion werden Daten von Servern abgerufen und an sie übertragen. Sneaky! Die Serverzentren und Netzwerke benötigen für ihren Betrieb große Mengen an Strom. Alleine die globalen Rechenzentren verbrauchten ca. 220-320 TWh im Jahr 2021, ohne Einrechnung von Crypto-Mining – das ist ungefähr so viel wie der gesamte Stromverbrauch von Großbritannien im selben Jahr. Während das Web und die Internetnutzung immer weiter wächst – und damit auch der Ressourcenverbrauch – kommt der größte Teil der Energie weltweit immer noch aus nicht regenerativen, emissionsintensiven Quellen.

Da müssen wir als verantwortungsvolle Website-Betreibende doch etwas tun können? Keine Sorge – das können wir! Sowohl, was die Reduktion des Stromverbrauchs angeht, als auch bei der Kontrolle darüber, welche Stromquellen beim Ansteuern des Servers angezapft werden. Es gibt viele Möglichkeiten, nachhaltige Websites zu gestalten. Die Wichtigsten – von grünem Webdesign bis Green WordPress-Hosting – stellen wir dir nachfolgend vor.

Mit Optimierungen den Ressourcenverbrauch reduzieren

Je komplexer und überladener eine Website ist, desto mehr Daten werden je Aufruf verschickt – und desto höher ist auch der Energiebedarf zum Betreiben und Anzeigen der Seiten. Effiziente Websites mit guter Performance, klarem Design und schlankem Code sind also nicht nur für das eigene Marketing förderlich und für Besucher:innen deutlich angenehmer, sondern tragen auch zur Reduzierung des Ressourcenverbrauchs bei. In diesem Bereich gibt es einige Stellschrauben, die wir dir gerne vorstellen.

Tipp: Für einen ersten Check, wie es um die Nachhaltigkeit deiner Website bestellt ist, kannst du Tools wie Ecograder und den Website Carbon Calculator nutzen. Der Carbon Calculator zeigt dir anschaulich, wie viel CO2 bei einem Besuch deiner Website freigesetzt wird. Ecograder gibt dir einen Überblick über die Baustellen auf dem Weg zur nachhaltigen Website.

Ecograder zum Überprüfen der Nachhaltigkeit deiner Website

Ausmisten von unnötigem Datenballast

Eine einfache Möglichkeit, die Nachhaltigkeit deiner Website zu erhöhen, ist die Streichung unnötiger Inhalte. Verfolge den Marie Kondo-Ansatz mit den Inhalten deiner Website: Was macht mich und die User:innen wirklich glücklich, und was ist unnötiger Ballast?

Natürlich soll das “Ausmisten” nicht dazu führen, dass deine Website karg und unattraktiv wird. Wir wollen auch nicht das starre (und gruselig designte) Internet der 90er zurück. Vielfach lässt sich aber auch der gleiche Effekt mit schlankeren Mitteln erreichen. So kannst du deine Website on-page ohne große Abstriche im Design “grüner” machen:

– Externe Inhalte

Ganz oben auf der Liste der Energieverbraucher stehen externe Inhalte. Die Einbindung von etwa Google Maps oder Social Media erfordert viel Kommunikation zwischen Servern. Dabei sehen diese Einbindungen auf der eigenen Seite nicht einmal gut aus, da sich das Design nicht an das eigene CD anpassen lässt. Frage dich: Bieten die Inhalte einen Mehrwert, oder gibt es auch einfachere Lösungen? Eine selbstdesignte, statische Karte etwa, oder ein Newsfeed, der auf den eigenen Blog verweist.

– Bilder und Videos

Bild- und vor allen Dingen Video-Dateien sind groß und müssen zum Anzeigen von den Servern geladen werden. Videos sollten daher sparsam eingesetzt werden, und nur wenn sie einen echten Mehrwert haben. Bei Fotos und Grafiken bringt bereits die Verwendung effizienter Dateiformate und eine gute Komprimierung eine deutliche Besserung. Und statt einem bewegten GIF kann häufig auch ein einfaches Bild die gleiche Botschaft vermitteln.

– Schriftarten

Sonderschriften erhöhen ebenso den Energieverbrauch. Die Verwendung von Google Fonts erlaubt sogar automatisch Google das Sammeln vielfältiger Nutzerdaten, die an die Server in den USA übertragen werden. Das verbraucht nicht nur zusätzliche Energie, sondern sollte auch hinsichtlich des Datenschutzes abgewogen werden. Wir sagen: Schriftarten müssen nicht immer besonders sein. Zudem sind die Standardschriften in der Regel besser lesbar.

Es lässt sich also on-page einiges entrümpeln, ganz ohne mit der nachhaltigen Website zum “graphic design is my passion”-Meme zu werden. Und ganz nebenbei erhöhst du auch noch deinen Pagespeed.

Tipp: Tinypng und Tinyjpg sind gute erste Anlaufstellen, um Bildgrößen für die Webnutzung zu reduzieren. Die Komprimierung dieser Tools funktioniert erstaunlich gut! Optimal sind übrigens Größen bis zu 200 kB – zumindest für Bilder, die nicht die volle Page-Breite füllen.

Bildgrößen optimieren mit tinyjpg und tinypng

Technische Optimierungen

Auf der technischen Seite gibt es ebenfalls etliche Steuergrößen. Hier sind die größten Faktoren für den Energieverbrauch ein komplexer Code und die Verwendung von Plugins und Tools.

– Code

Ein aufgeräumter, effizienter Code ist nicht nur für verringerte Ladezeiten essentiell, sondern auch deutlich ökologischer. Falls du bereits existierenden Code verwendest, etwa von Themes und Bibliotheken, dann prüfe auch dort, ob die Entwicklung einen “grünen” Job gemacht hat.

– Plugins und Tools

Frage dich, welche Plugins und Tools wirklich für deine Website notwendig sind. Ein Beispiel für einen großen Energieverbraucher ist der Google Tag Manager. Wird er auf einer Website eingebunden, wird sein Container-Script mit allen Ressourcen bei jedem Seitenaufruf geladen, bei Third Party Tags auch mit externen. Das verbraucht jedes Mal Energie. Auch unter den Plugins gibt es große Unterschiede in der Energieeffizienz. Am besten verwendet man keine, und wenn sie nötig sind, dann nur die effizientesten.

– JavaScript

JavaScript sollte ebenfalls sparsam eingesetzt werden. JS-Funktionen erfordern viel Prozessorleistung seitens der Nutzergeräte. Wenn ein ähnliches Design auch anders umgesetzt werden kann, sollte dies bevorzugt werden.

Am einfachsten ist es, wenn diese Themen direkt bei der Konzeption und Entwicklung einer Website mitgedacht werden. Wie wir wissen: Alles von Anfang an “clean” aufzubauen ist leichter als eine Renovierung!

Tipp: Für Entwickler:innen ist Webpagetest ein interessantes Tool, das einen Überblick über technische Optimierungspotenziale gibt. Auch wenn es dort nicht explizit um Nachhaltigkeit geht, tragen viele der Optimierungen bezüglich Ladezeiten und Code auch zur Ressourcenschonung bei. Die Site zeigt dir nicht nur, wo die Baustellen sind, sondern gibt auch praktische Tipps für Verbesserungen!

Finde Optimierungspotential für deine Website mit Webpagetest

SEO, Copy Writing und User Experience

Es erscheint auf den ersten Blick unintuitiv, aber SEO kann ebenso zur Reduzierung des Ressourcenverbrauchs beitragen. Denn wenn Menschen bei ihrer Suche schnell und einfach genau das finden, was sie brauchen, reduziert dies die Anzahl an getätigten Suchanfragen und minimiert die Zeit im Internet – und damit den Energieverbrauch. Daher ist es nicht nur für die Erreichung der eigenen wirtschaftlichen Ziele von Bedeutung, jede Seite des eigenen Webauftritts auf die Suchintention der Zielgruppe hin zu optimieren.

In die gleiche Richtung geht die Optimierung der Texte. Copies, die den Besucher:innen genau den Content liefern, den sie suchen, reduzieren ebenso die Zeit, die Menschen das Internet nach den benötigten Informationen durchforsten. Gut getextete Websites sind demnach auch auf eine Art nachhaltige Websites.

Genauso trägt eine optimierte User Experience (UX) mit klarer, intuitiver Customer Journey dazu bei, Besucher:innen einer Website schnell in die richtige Richtung zu leiten. Auch hier: Weniger Zeit, die auf der Suche nach den benötigten Infos, Produkten oder Aktionen verschwendet wird, bedeutet weniger Ressourcenverbrauch. Gleichzeitig wird das Surfen im Internet zu einer deutlich angenehmeren Erfahrung. Win-win!

Vorteile einer professionellen Website-Optimierung

Es gibt also eine Menge zu beachten, wenn man eine möglichst nachhaltige Website haben möchte. Um alle genannten Potentiale auszuschöpfen, kann dich eine Digitalagentur wie Friendventure unterstützen. Von Anfang an bauen wir deine Website so auf, dass sie sowohl deine Marketing- als auch deine Nachhaltigkeitsziele erreicht. Wir haben stets die Performance und Effektivität deiner Site im Blick, sorgen für schlanken Code sowie optimierte Bild- und Videoformate und verwenden nur notwendige, bewährte Plugins. Nutzerfreundlichkeit und ein strategisches UX-Design sind für uns eine Selbstverständlichkeit.

Zudem bieten wir eine professionelle Suchmaschinenoptimierung, damit deine Website nicht nur gut rankt, sondern auch für die richtigen Keywords. Unsere Expert:innen im Content Marketing erstellen die dazu passenden Texte, die deiner Zielgruppe alle wichtigen Informationen liefern, von Suchmaschinen gefunden werden – und einfach eine Freude sind! Wir bieten dir damit ein Rundum-Sorglos-Paket für das Maximum an Nachhaltigkeit und Performance für deine Website.

Green Hosting

Nicht nur beim Aufbau und den Inhalten deiner Websites hast du Möglichkeiten, den Ressourcenverbrauch zu senken, sondern auch bei der Wahl des Webhosters. Green Hosting ist hier das Stichwort. Grüne Webhoster schreiben sich auf die Fahne, den CO2-Verbrauch einer Website zu reduzieren – aber wie genau machen sie das?

Was ist ökologisches Webhosting?

Sogenannte grüne oder ökologische Webhoster können auf verschiedene Arten nachhaltiger sein als ihre konventionellen Mitbewerber. Mittlerweile gibt es etliche Anbieter, die sich unterschiedlich stark für den Umwelt- und Klimaschutz engagieren.

– Strom aus erneuerbaren Quellen

Was sie alle gemein haben – und was den größten Unterschied im ökologischen Fußabdruck ausmacht: Sie betreiben ihre Server mit Ökostrom. Die meisten Anbieter setzen auf Wasserkraft, z. B. All-Inkl, Biohost und Hoststar. Einige verwenden auch einen Mix aus verschiedenen regenerativen Energien, etwa Manitu und Greensta.

– Minimierung des Energiebedarfs

Zusätzlich reduzieren viele Green Hoster auch ihren eigenen Stromverbrauch. Dazu trägt etwa die Verwendung energieeffizienter Server und Kühlsysteme sowie ein bewusster, ressourcenschonender Umgang mit der eigenen Hardware bei.

– Nachhaltige Unternehmensphilosophie

Eine umweltbewusste Unternehmensphilosophie gehört für viele Öko-Hoster ebenfalls dazu. Darunter fallen etwa die Unterstützung von Home Office und Tickets für den öffentlichen Nahverkehr für ihre Mitarbeitenden, die Reduzierung des Papierverbrauchs, Achtsamkeit bei der Wahl der Büroausstattung oder interne “grüne Projekte” wie Blühwiesen. So wie bei uns 😉. Darüber hinaus unterstützen einige Webhoster externe Projekte, die den Carbon Footprint reduzieren, wie etwa Aufforstungsprojekte, oder sind selbst Verbandsmitglied.

Unsere Wahl für Green Hosting: All-Inkl

Für das Hosting der von uns entwickelten WordPress-Sites arbeiten wir mit dem Öko Hoster All-Inkl zusammen. Die Green Server des Hosting-Anbieters werden mit 100 % Ökostrom aus vom TÜV Süd geprüften Wasserkraftwerken betrieben. Zudem achtet der Anbieter auf interne Ressourcenschonung, von der Wahl der Hardwarekomponenten bis zur klimaeffizienten Raumgestaltung.

Unsere Wahl für Ökohosting

Wir haben uns für diesen Hoster entschieden, da er eine gute Balance aus Nachhaltigkeitsaspekten und Preis-Leistung bietet. Zudem war der Serverstandort Deutschland aus Service- und Datenschutz-Gründen für uns ein Faktor. So gewährleisten wir für unsere Kund:innen gut performende, sichere Websites und gleichzeitig eine gute Portion Umwelt- und Klimaschutz.

Fazit

Die Möglichkeiten zur “Ökologisierung” der eigenen Website sind (zum Glück) zahlreich. Die Handlungsoptionen reichen von einfachen Stellschrauben wie der Reduktion von Bildgrößen bis zu grundlegenden Themen wie der Verschlankung des Codes und der Verbesserung der Nutzerführung.

Green Hosting ist eine weitere sinnvolle Option zur schnellen Verminderung des CO2-Abdrucks deines Webauftritts. Hier gibt es mittlerweile eine große Auswahl an Anbietern, die ihre “grünen Server” mit Ökostrom betreiben und sich z.T. anderweitig für Klima- und Umweltschutz einsetzen. Auch wir arbeiten mit einem Hosting-Provider zusammen, der ausschließlich Strom aus regenerativen Quellen bezieht und Niedrigenergie-Rechenzentren betreibt.

Die genannten Punkte sind natürlich nur eine Auswahl! Es gibt noch viel mehr, was jede:r für eine nachhaltige Website tun kann. Wir unterstützen dich gerne bei der Ausschöpfung des vollen Optimierungspotentials – am besten schon bei der Konzeption deiner Website.

Du möchtest nicht nur deine Website, sondern deinen ganzen Arbeitsalltag nachhaltiger gestalten? Schau doch bei unserem Blogbeitrag zu Nachhaltigkeit auf der Arbeit vorbei!

Folge uns auf Social Media

Autoren

  • Über Joelle Lux

    Portrait Joelle Lux, Texterin und Konzepterin

    Joelle liebt das Verfassen von Texten aller Art. Ob für Blogs, Landingpages oder weiteren Content. Am besten findet sie es, wenn sie sich dafür in ein ganz neues Thema einarbeiten muss. Jedes Wissen ist schließlich gutes Wissen! Deshalb freut sie sich über das breite Themenspektrum unserer Kunden - und unseres eigenen Blogs.