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Bewerbungsgespräch: Souverän zum Traumjob

01.12.2020·von Darlyn Jendges zum Thema Recruiting

Du hast dich beworben. Du hast eine Antwort im Postfach. Und BÄM – du hast eine Einladung zum Vorstellungsgespräch! Leichte Vorfreude steigt in dir auf, aber auch die eine große Frage: “Wie schaffe ich es, in dem Interview von mir zu überzeugen?”

Um der Beantwortung dieser Frage ein Stückchen näher zu rücken, gebe ich dir heute ein paar Tipps für deine Vorstellungsgespräche

 

Die Vorbereitung

Es gibt ein paar elementare Dinge, auf die du unbedingt vorbereitet sein solltest:

Bei welchem Unternehmen habe ich mich da eigentlich beworben? 

Es hinterlässt keinen guten Eindruck, wenn du überhaupt nicht darüber informiert bist, wer wir sind und was wir machen. Aus diesem Grund: Check vor dem Gespräch kurz unsere Website. Was bieten wir für Produkte oder Dienstleistungen an? Was zeichnet uns aus? 10 Minuten reichen locker aus, um einen guten Eindruck zu hinterlassen und eine gesunde Gesprächsbasis zu haben.

Auf welche Stelle habe ich mich da eigentlich beworben?

Wir möchten sehen, dass du eine realistische Vorstellung davon hast, welche Tätigkeiten auf dich zukommen. Um Missverständnisse und Enttäuschungen schon vorab zu vermeiden, befasse dich tiefgründig mit den Aufgaben aus der Jobbeschreibung. In maximal 5 Minuten solltest du hiermit durch sein.

Eigene Stärken und Schwächen kennen.

Das ist auch ganz unabhängig von einem Bewerbungsinterview eine gute Sache. Sei dir deiner eigenen Fähigkeiten und Verbesserungspotenziale sicher. So bist du nicht nur bei einem Vorstellungsgespräch selbstbewusster, sondern kannst dies auch gezielt für deine persönliche Weiterentwicklung nutzen. Daher schadet es nicht, sich hin und wieder mal Gedanken über sich selbst zu machen. Hierzu solltest du dir vor dem Gespräch eine Viertelstunde Zeit nehmen.

Alles in allem kannst du dich somit in 30 Minuten gut auf ein Bewerbungsgespräch vorbereiten. Falls dir der Job sehr wichtig ist, oder du auf diese Weise sicherer wirst, dann schau dir noch Folgendes an:

Wechsle die Perspektive. 

Bereite dich vor, indem du dich fragst, was ich mich fragen könnte. Was könnte mich von dir interessieren? Welche Rückfragen könnte ich zu deinem Lebenslauf haben? Welche Fragen könnte ich zu den Kompetenzen stellen, die in der Stellenausschreibung gefordert werden? Schreibe dir alle Fragen auf, die dir einfallen und versuche sie für dich selbst zu beantworten. So fallen dir auch im Gespräch schneller Antworten ein.

Präsentiere dich!

Überlege aber andersherum auch, was du uns auf jeden Fall von dir mit auf den Weg geben willst. Womit stichst du aus der Masse heraus? Was zeichnet dich aus? Versuche, deinen USP (Unique Selling Point) zu erörtern und in das Gespräch mit einfließen zu lassen.

Wo möchtest du hin?

Werde dir über deine eigenen Karriereziele klar und überlege, welche Fähigkeiten du in der nächsten Zeit lernen möchtest. Ich freue mich immer über Bewerber*innen, die Ziele verfolgen. Und wenn wir dich dann noch dabei unterstützen können, umso besser!

 

Der Gesprächsstart

Ein typischer Start in ein Bewerbungsgespräch: “Erzähl mir doch etwas über dich selbst”. Zugegeben: Die Frage danach, sich vorzustellen, wird gerne als Einstieg gewählt, da jede*r hierauf ohne Probleme etwas sagen kann. Das ist wie in einer Matheklausur. Wenn einem bei der ersten Frage schon nichts einfällt, kommt Panik auf. Der dadurch entstehende Druck kann dazu führen, dass sich auch bei einfacheren Aufgaben Flüchtigkeitsfehler einschleichen und die insgesamte Leistung sinkt. Somit ist die Vorstellung so etwas wie eine Feel-Good-Frage, die eigentlich nicht falsch beantwortet werden kann. 

Dennoch ist es möglich, bereits hier zu punkten! 

Richte deine Selbstvorstellung beispielsweise auf die Stellenausschreibung aus. Welche deiner Bildungs- oder Karriere-Steps sind besonders relevant für die Stelle? Welche Positionen in deinem Lebenslauf brauchst du hier gar nicht nennen, weil sie weniger relevant sind? Es geht nicht darum, alle deiner Karriereschritte in chronologischer Reihenfolge aufzusagen. Deinen CV hast du ja bereits eingesendet, das wäre also redundant. 

Die Vorstellung ist vielmehr eine Mischung aus Elevator-Pitch und einer Möglichkeit für gute Gesprächsaufhänger. Mach mich neugierig auf dich und die Erfahrungen, die du gesammelt hast. Ende gerne mit deiner aktuellen Position und der Motivation, warum du dich nach einer neuen beruflichen Herausforderung umschaust. Damit beantwortest du nämlich direkt die Frage, die ich als nächstes gestellt hätte.

Was das Zeitlimit für deine Vorstellung angeht, versuche dich vielleicht an 3-4 Minuten zu orientieren. So kannst du genug relevante Punkte von dir zeigen, aber verfällst nicht in einen zu langen Monolog. 

 

Alles über dich

Das Interview dient dazu, dass wir dich kennenlernen. Nach deiner Vorstellung werde ich somit noch weitere Fragen zu deinen Erfahrungen, deinen Kenntnissen und deiner Motivation stellen. Welche Fragen das genau sind, ist abhängig von der Position, auf die du dich bewirbst. Soviel kann ich verraten: Ich werde aus dem Termin kein Verhör machen, sondern im Idealfall entsteht ein fließendes Gespräch, bei dem die Fragen ineinander übergehen. 

Zudem kann ich dir noch folgenden Tipp geben: Je konkreter die Beispiele, die du nennst, desto besser kann ich dich und deine bisherigen Erfahrungen nachvollziehen. Stell dir Folgendes vor:

Ich frage dich: “Kannst du mir von einem besonders wertvollen Feedback berichten und erzählen, was du daraus gelernt hast?” Hier ist es sehr sinnvoll, dir ein spezifisches Feedback aus deiner Vergangenheit zu nehmen, anhand dessen du erläuterst, was du daraus mitgenommen hast. Richte dich hier nach der STAR-Methode, die auf viele Fragen anwendbar ist:

S – Situation: Schildere die Situation. Wer hat dir das Feedback gegeben? In welchem Rahmen hat dies stattgefunden?

T – Tätigkeit: Beschreibe die Aufgabe. Was war die Aufgabe, zu der du Feedback bekommen hast? Was genau war deine Rolle bei der Aufgabe?

A – Aktion: Erkläre den Handlungsablauf. Wie hast du das Feedback aufgenommen? 

R – Reaktion: Teile das Ergebnis mit. Was hat sich bei dir durch das Feedback geändert? Was hast du daraus gelernt? Und was würdest du heute anders machen?

Diese Methode hilft nicht nur bei einem besseren Verständnis, sondern leitet dich auch durch alle relevanten Informationen, die ich benötige.

Die genaue Beschreibung ist sehr wichtig, denn: Aus dieser einen Frage kann ich bereits sehr viel raus hören. Angefangen bei der Wahl deines Beispiels. Nimmst du eine positive oder eine negative Kritik? Hier wäre es geschickt, ein negatives Beispiel auszusuchen. Aus Fehlern lernen wir schließlich am besten. Meist sogar noch viel besser als aus Lob. Und das Ausmaß dessen, was du daraus lernen konntest, würde ich auf jeden Fall als sehr wertvoll bezeichnen. Außerdem kannst du anhand dessen zeigen, dass du auch mit negativem Feedback umgehen kannst und kritikfähig bist.

Übrigens: Sollte dir nicht sofort ein Beispiel zu jeder Frage einfallen, dann informiere dein Gegenüber darüber und versuche, mit der Person gemeinsam zu brainstormen. Normalerweise würde ich dich in einem solchen Moment versuchen, dich auf neue Ideen zu bringen, z.B. durch: “Denk vielleicht an deine Schul- oder Studienzeit, zum Beispiel nach einer Abgabe oder einem Referat?”. Für mich ist es immer besser, am Ende eine konkrete Situation zu haben. Da suche ich auch gerne gemeinsam mit dir nach etwas Passendem.

Natürlich ist es nicht das einzige Ziel eines Kennenlerngesprächs, dich kennenzulernen. Denn: Wir möchten natürlich auch, dass wir zu dir passen. Also werde ich versuchen, immer mal wieder ein paar Informationen über uns, unsere Kultur oder unsere Arbeitsweisen einzustreuen. So kannst auch du überprüfen, ob wir ein Arbeitgeber sind, bei dem du dich potentiell wohlfühlen würdest. Dafür ist auch der nächste Punkt sehr relevant…

 

AMA – ask me anything

Stell Fragen! Ich werde dir genügend Zeit geben, dass auch du mich mit Fragen durchlöchern und über alles sprechen kannst, was für dich noch offen geblieben ist. Damit signalisierst du mir dein Interesse. Bereite solche Fragen am besten im Vorfeld vor. So vermeidest du, dass dir hier nichts einfällt.

Was es hier für mögliche Fragen gibt? Es gibt immer noch Dinge, die offen bleiben. Auch wenn du die Website und Instagram noch so gut durchforstest. Das sind zum Beispiel Fragen, die ich als Bewerberin stellen würde:

  • Warum bist du bei Friendventure und was begeistert dich am meisten?
  • Wie geht das Unternehmen mit [einer aktuellen Situation] um? Derzeit zum Beispiel zu ersetzen durch “Corona”.

Darüber hinaus gibt es noch Fragen, bei denen du zeigst, dass du schon mit dem Gedanken spielst, Teil des Teams zu werden und du dich besser in diese Situation hineinversetzen möchtest. Dazu zählt beispielsweise: “Mit was für Kolleg*innen würde ich am engsten zusammenarbeiten? Wie würdest du sie beschreiben?”.

Alles in allem siehst du, dass ein Interview auch kein Hexenwerk ist. Und denk immer daran: Eine Absage nach einem Interview bedeutet nicht, dass wir deine Person anzweifeln und deine Fähigkeiten abwerten. Manchmal gibt es einfach die eine Person, die noch besser zu dem ausgeschriebenen Stellenprofil passt. Also selbst, wenn du es nicht durch das Interview schaffen solltest: Sieh es als neue Erfahrung, die du machen durftest und wachse weiter daran.

 

Alle Tipps auf einen Blick? Hier ist deine Checkliste!

Checkliste Bewerbungsgespraech

Über den Autor

Darlyn ist studierte Psychologin und hat schon so einiges im Bereich Personal erlebt. Alle Bewerbungen laufen bei uns über ihren Tisch und die Candidate sowie Employee Journey liegen ihr besonders am Herzen. Bei Fragen und Anregungen rund um das Thema Jobeinstieg bei Friendventure melde Dich gerne unter jobs@friendventure.de

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